Produktionskennzahlen richtig lesen: KI erklärt OEE, Ausbringung & Liefertreue

Von: Daniel Schatzl

Demo Output des KI Assistenten als Screenshot
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Jeden Monat landet ein dicker Report auf Ihrem Schreibtisch. Zahlen, Tabellen, Grafiken. OEE 78,3 Prozent. Ausbringung 12.450 Stück. Liefertreue 91,2 Prozent.

Aber was bedeutet das wirklich? Läuft die Produktion gut? Oder versteckt sich hinter den Zahlen ein Problem?

Als Geschäftsführer haben Sie keine Zeit, jeden Report im Detail zu analysieren. Trotzdem müssen Sie wissen, wo es brennt. Und Sie müssen im Meeting die richtigen Fragen stellen.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen die wichtigsten Produktionskennzahlen. Einfach und verständlich. Ohne Fachchinesisch. Und ich zeige Ihnen, wie KI Ihnen hilft, die Zahlen schnell zu interpretieren.

Warum Produktionskennzahlen für die Geschäftsführung wichtig sind

Kennzahlen sind das Frühwarnsystem Ihrer Produktion. Sie zeigen Probleme, bevor diese eskalieren.

Ein Beispiel: Die OEE sinkt von 85 auf 78 Prozent. Das klingt nach wenig. Aber bei einem Umsatz von 20 Millionen Euro pro Jahr bedeutet das schnell 500.000 Euro weniger Wertschöpfung.

Das Problem: Die meisten Reports zeigen nur Zahlen. Sie sagen nicht, was diese Zahlen bedeuten. Und sie zeigen nicht, wo Sie handeln müssen.

Typische Situation im Alltag:

Sie sitzen im Produktionsleiter-Meeting. Der Report liegt vor Ihnen. Aber Sie wissen nicht:

  • Ist der OEE-Wert gut oder schlecht?

  • Warum ist die Liefertreue gesunken?

  • Welche Fragen sollten Sie jetzt stellen?

Das muss nicht so sein. Mit dem richtigen Wissen – oder der richtigen KI-Unterstützung – verstehen Sie jeden Report in Minuten.

Die 5 wichtigsten Produktionskennzahlen im Überblick

Fangen wir mit den Basics an. Diese fünf Kennzahlen sollte jeder Geschäftsführer kennen.

1. OEE – Gesamtanlageneffektivität

OEE ist die Königskennzahl in der Produktion. Sie zeigt, wie effektiv Ihre Anlagen wirklich arbeiten.

Was OEE misst:

OEE kombiniert drei Faktoren:

  • Verfügbarkeit: Wie viel Zeit läuft die Maschine tatsächlich?

  • Leistung: Wie schnell produziert sie im Vergleich zum Optimum?

  • Qualität: Wie viele Teile sind einwandfrei?

Die Formel:

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität

Ein Beispiel:

Ihre Maschine hat:

  • 90 % Verfügbarkeit (10 % Stillstand durch Störungen)

  • 95 % Leistung (etwas langsamer als optimal)

  • 98 % Qualität (2 % Ausschuss)

OEE = 0,90 × 0,95 × 0,98 = 0,838 = 83,8 %

Was ist ein guter OEE-Wert?

OEE-Wert

Bewertung

Über 85 %

Weltklasse

75–85 %

Gut

65–75 %

Verbesserungsbedarf

Unter 65 %

Kritisch

Wichtig zu wissen:

Ein OEE von 100 % ist unrealistisch. Selbst die besten Fabriken liegen bei 85–90 %. Aber jeder Prozentpunkt zählt. Bei einer großen Anlage kann ein Prozentpunkt OEE mehrere zehntausend Euro pro Jahr ausmachen.

2. Ausbringung – Die produzierte Menge

Die Ausbringung zeigt, wie viele Teile in einem Zeitraum produziert wurden.

Was Ausbringung misst:

Einfach gesagt: Stückzahl pro Tag, Woche oder Monat.

Warum das wichtig ist:

Die Ausbringung zeigt, ob Sie Ihre Produktionsziele erreichen. Wenn die Ausbringung sinkt, liefern Sie weniger aus. Das bedeutet weniger Umsatz. Oder verärgerte Kunden.

Worauf Sie achten sollten:

Die Ausbringung alleine sagt nicht alles. Hohe Stückzahlen bringen nichts, wenn die Qualität schlecht ist. Deshalb immer zusammen mit der Ausschussquote betrachten.

Ein Beispiel:

Plan: 10.000 Stück pro Woche Ist: 9.200 Stück

Das sind 8 % unter Plan. Die Frage ist: Warum? Maschinenstillstand? Materialengpass? Personalausfall?

3. Liefertreue – Pünktlich beim Kunden

Die Liefertreue zeigt, wie oft Sie termingerecht und vollständig liefern.

Was Liefertreue misst:

Der Anteil der Aufträge, die pünktlich und komplett beim Kunden ankommen.

Die gängige Kennzahl: OTIF

OTIF steht für „On Time In Full". Eine Lieferung gilt als OTIF, wenn:

  • Sie zum vereinbarten Termin ankommt

  • Die komplette bestellte Menge enthalten ist

  • Die Qualität stimmt

Was ist ein guter Wert?

Liefertreue

Bewertung

Über 95 %

Sehr gut

90–95 %

Akzeptabel

85–90 %

Verbesserungsbedarf

Unter 85 %

Kritisch

Warum das für Sie wichtig ist:

Schlechte Liefertreue kostet Kunden. Große Abnehmer wie Automobilhersteller messen die Liefertreue genau. Bei schlechten Werten drohen Vertragsstrafen oder Auftragsverlust.

4. Ausschussquote – Qualität in Zahlen

Die Ausschussquote zeigt, wie viele Teile nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen.

Was die Ausschussquote misst:

Der Anteil der produzierten Teile, die nicht verkauft werden können. Wegen Fehlern, Beschädigungen oder falscher Maße.

Die Formel:

Ausschussquote = Ausschussmenge ÷ Gesamtproduktion × 100

Ein Beispiel:

Von 10.000 produzierten Teilen sind 300 Ausschuss. Ausschussquote = 300 ÷ 10.000 × 100 = 3 %

Was ist ein guter Wert?

Das hängt stark von der Branche ab:

Branche

Typische Zielwerte

Automobilzulieferer

Unter 1 %

Maschinenbau

1–3 %

Kunststoffverarbeitung

2–5 %

Warum das für Sie wichtig ist:

Ausschuss ist doppelt teuer. Sie verlieren Material und Arbeitszeit. Und Sie müssen nachproduzieren, um den Auftrag zu erfüllen. Eine hohe Ausschussquote ist oft ein Zeichen für Maschinenprobleme, falsche Einstellungen oder schlechtes Material.

5. Durchlaufzeit – Wie schnell ist die Produktion?

Die Durchlaufzeit zeigt, wie lange ein Auftrag von Anfang bis Ende braucht.

Was Durchlaufzeit misst:

Die Zeit vom Produktionsstart bis zum fertigen Teil. Inklusive Wartezeiten, Bearbeitung und Qualitätsprüfung.

Warum das wichtig ist:

Lange Durchlaufzeiten bedeuten:

  • Mehr Kapitalbindung (Material liegt länger rum)

  • Längere Lieferzeiten für Kunden

  • Weniger Flexibilität bei Eilaufträgen

Ein Beispiel:

Ihr Standardprodukt hat eine Durchlaufzeit von 5 Tagen. Im letzten Monat waren es 6,5 Tage. Das ist ein Anstieg von 30 %.

Die Frage: Liegt es an längeren Bearbeitungszeiten? Oder an Wartezeiten zwischen den Arbeitsstationen?

Wie hängen die Kennzahlen zusammen?

Das Spannende an Produktionskennzahlen: Sie beeinflussen sich gegenseitig.

Ein typisches Muster:

  1. Eine Maschine hat häufige Störungen → Verfügbarkeit sinkt

  2. Die Verfügbarkeit sinkt → OEE sinkt

  3. Die OEE sinkt → Ausbringung sinkt

  4. Die Ausbringung sinkt → Aufträge werden nicht rechtzeitig fertig

  5. Aufträge verspäten sich → Liefertreue sinkt

Wenn Sie nur die Liefertreue anschauen, sehen Sie das Symptom. Aber nicht die Ursache. Deshalb ist es so wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen.

Das können Sie im Meeting fragen:

  • „Unsere Liefertreue ist gesunken. Liegt das an der Ausbringung oder an der Logistik?"

  • „Die OEE ist unter 80 %. Welcher Faktor zieht uns runter – Verfügbarkeit, Leistung oder Qualität?"

  • „Die Ausschussquote ist gestiegen. Haben wir ein Maschinenproblem oder ein Materialproblem?"

Solche Fragen zeigen Ihrem Team: Sie verstehen, was passiert. Und Sie erwarten konkrete Antworten.

Das Problem mit klassischen Reports

Die meisten Produktionsreports haben ein Problem: Sie zeigen nur Zahlen. Aber sie erzählen keine Geschichte.

Was Sie oft bekommen:

Eine Excel-Tabelle mit 50 Kennzahlen. Grün, gelb, rot markiert. Aber ohne Erklärung.

Was Sie eigentlich brauchen:

  • Die drei wichtigsten Abweichungen auf einen Blick

  • Eine Erklärung, warum diese Abweichungen kritisch sind

  • Konkrete Fragen für das nächste Meeting

Genau hier kann KI helfen.

Wie KI Ihnen beim Verstehen der Zahlen hilft

Künstliche Intelligenz kann Produktionskennzahlen analysieren und für Sie übersetzen. In Minuten statt Stunden.

Was ein guter KI-Assistent leistet:

  • Daten einlesen: Sie laden Ihren Report hoch. PDF, Excel oder PowerPoint.

  • Abweichungen erkennen: Die KI vergleicht Ist-Werte mit Zielen und markiert kritische Punkte.

  • Zusammenhänge aufzeigen: Warum hängen OEE-Verlust und Liefertreue-Problem zusammen?

  • Management-Story erstellen: Eine klare Zusammenfassung in 2–3 Sätzen.

  • Fragen formulieren: Konkrete Fragen für Ihr Produktionsleiter-Meeting.

Der Zeitvergleich:

Aufgabe

Ohne KI

Mit KI

Report lesen und verstehen

30–60 Min.

5 Min.

Kritische Punkte identifizieren

20 Min.

Automatisch

Fragen fürs Meeting vorbereiten

15 Min.

2 Min.

Gesamt

1–1,5 Stunden

10 Minuten

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Ein Beispiel aus der Praxis

Lassen Sie mich zeigen, wie das konkret aussieht.

Die Ausgangslage:

Ein Serienfertiger mit 150 Mitarbeitern. Der Monatsreport März liegt vor.

Die Zahlen:

  • OEE: 71,3 % (Ziel: 85 %)

  • Ausbringung: 45.200 Stück (Ziel: 52.000)

  • Liefertreue: 88,5 % (Ziel: 95 %)

  • Ausschussquote: 4,8 % (Ziel: 2,5 %)

Was der klassische Report zeigt:

Vier rote Ampeln. Alles schlecht.

Was der KI-Assistent daraus macht:

„Der März zeigt ein kritisches Muster: Die erhöhte Ausschussquote von 4,8 % drückt sowohl die OEE als auch die Ausbringung. Die Liefertreue leidet als Folge. Priorität hat die Ursachenanalyse beim Ausschuss – hier liegt vermutlich der Hebel für alle drei Probleme."

Die generierten Fragen fürs Meeting:

  1. „Was hat sich im März bei der Qualität verändert? Neues Material? Neue Einstellungen?"

  2. „Konzentriert sich der Ausschuss auf eine bestimmte Maschine oder ein Produkt?"

  3. „Welche Sofortmaßnahmen wurden eingeleitet, und wann erwarten wir Wirkung?"

Mit diesen Fragen gehen Sie vorbereitet ins Meeting. Und Ihr Produktionsleiter weiß: Sie haben die Zahlen verstanden.

Häufige Fehler beim Umgang mit Produktionskennzahlen

Ich sehe immer wieder die gleichen Fehler. Hier die wichtigsten – und wie Sie es besser machen.

Fehler

Besser so

Nur auf Einzelwerte schauen

Zusammenhänge zwischen Kennzahlen analysieren

Grün = gut, rot = schlecht

Fragen: Warum ist der Wert so? Was ist die Ursache?

Monatswerte isoliert betrachten

Trends über mehrere Monate vergleichen

Zu viele Kennzahlen gleichzeitig

Auf 5–7 Kernkennzahlen fokussieren

Keine Fragen im Meeting stellen

Mit vorbereiteten, datenbasierten Fragen kommen

Häufige Fragen zu Produktionskennzahlen

Was ist ein guter OEE-Wert?

Ein OEE über 85 % gilt als Weltklasse. Die meisten Unternehmen liegen zwischen 60 und 75 %. Wichtiger als der absolute Wert ist der Trend: Verbessern Sie sich kontinuierlich?

Welche Kennzahl ist die wichtigste?

Das hängt von Ihrer Situation ab. Für Zulieferer ist oft die Liefertreue entscheidend. Für kapitalintensive Betriebe die OEE. Am besten: Fünf bis sieben Kennzahlen kombinieren.

Wie oft sollte ich Produktionskennzahlen prüfen?

Als Geschäftsführer reicht ein monatlicher Überblick. Bei kritischen Werten: wöchentlich. Ihr Produktionsleiter sollte die Kennzahlen täglich im Blick haben.

Was tun bei schlechten Kennzahlen?

Erst verstehen, dann handeln. Fragen Sie nach den Ursachen. Oft hängen mehrere Probleme zusammen. Setzen Sie Prioritäten und fokussieren Sie auf den größten Hebel.

Kann KI meine Kennzahlen automatisch analysieren?

Ja. Ein KI-Assistent kann Ihren Report einlesen, Abweichungen erkennen und eine Management-Zusammenfassung erstellen. Das spart Zeit und stellt sicher, dass Sie nichts übersehen.

Fazit: Zahlen verstehen, richtig fragen, besser führen

Produktionskennzahlen sind kein Selbstzweck. Sie sind ein Werkzeug, um Ihre Produktion zu steuern.

Sie müssen nicht jede Formel im Detail kennen. Aber Sie sollten wissen:

  • Was bedeuten OEE, Ausbringung und Liefertreue?

  • Wie hängen diese Kennzahlen zusammen?

  • Welche Fragen muss ich stellen, wenn etwas rot ist?

Mit diesem Wissen – oder mit KI-Unterstützung – gehen Sie souverän in jedes Meeting. Und Ihr Team weiß: Die Geschäftsführung versteht, was in der Produktion passiert.

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Kapfenberg, Steiermark – für Kunden in Österreich, Deutschland und der Schweiz

DI Daniel Robert Schatzl, BSc © 2025

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