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CASE STUDY · Maschinenbau · 7. August 2026

Wie Scrapetec das KI-Tool-Chaos löste und innerhalb von 90 Tagen 2 erste KI-Use-Cases in die Umsetzung brachte

Scrapetec wusste bereits, dass KI das Unternehmen weiterbringen kann und wird. Lediglich noch nicht wie. Gemeinsam legten wir den Grundstein und brachten 2 Use-Cases live.

1
Eingeführte KI-Tools
10
Gesparte Stunden/Monat
2
Priorisierte Use-Cases
3
Key-User
Das Logo von Scrapetec
KUNDENPROFIL
Branche
Maschinenbau
Mitarbeiterzahl
10-50
Unternehmen
Scrapetec
AUSGANGSSITUATION

Wo alles begann.

In der Fördertechnikbranche weltweit kennt man Scrapetec als eines der innovativsten Unternehmen am Markt. Das kommt nicht von ungefähr sondern entspringt dem Selbstverständnis des Unternehmens wie auch des Geschäftsführers, Thorsten Koth.

Mit dem Airscrape hat das Unternehmen eine berührungslose Dichtung für Förderbänder entwickelt, die Staub und Schmutz in Zementwerken oder Bergbaubetrieben nahezu komplett eliminiert. Mit dem E-Prime Tracker steht das nächste innovative Produkt vor der breiten Markteinführung.

Koth ist es aber wichtig, nicht nur bei den eigenen Produkten innovativ, sondern auch intern immer am neuesten Stand zu sein. Immer mit dem Ziel, möglichst effizient zu arbeiten und mit so wenigen Mitarbeitern das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Bereits früh erkannte Koth, dass Künstliche Intelligenz ein großer Hebel sein kann, um sich wiederholende Tätigkeiten zumindest zum Teil zu automatisieren. Bereits kurz nach der Markteinführung von ChatGPT wurde versucht, KI im Marketing einzusetzen. Die Idee war, dass Sprachmodelle dabei unterstützen, Marketing-Artikel für diverse Plattformen zu verfassen und zu veröffentlichen.

Was zunächst nach einer guten Idee klang, wurde nach einigen Versuchen aber verworfen. Weniger deshalb, weil es technisch nicht funktionierte. Es war vielmehr so, dass sämtliche Kanäle bekanntlich mit KI-generiertem Content geflutet sind. Koth hat daher die bewusste Entscheidung getroffen, Texte wieder selbst von Menschenhand zu verfassen. Mit Erfolg, denn seine Newsletter werden tausendfach aufgerufen.

Das Bewusstsein über die Fähigkeiten von KI war also da. Außer hier und da ein paar Fragen stellen war aber kein realer Use-Case im Alltag umgesetzt. Koth ist niemand, der wartet, bis das Glück den Weg zu ihm findet. Er ist jemand, der aktiv nach Verbesserungen sucht und diese auch umsetzt. Daher hat er sich dazu entschieden, mit Daniel Schatzl und digitalisiert.io zusammenzuarbeiten, um so schnell wie möglich reale KI Use-Cases im Arbeitsalltag nutzen zu können.

DIE HERAUSFORDERUNG

Der Alltag vor der Lösung.

Die Herausforderung beim Thema KI, vor denen Scrapetec stand, waren mehrstufig. KI wurde bereits teilweise von Mitarbeitern verwendet. Allerdings weder systematisch noch zentral geregelt.

Es war KI-Nutzung, wie sie noch 2024 üblich war und bei den allermeisten Unternehmen auch heute noch ist. Ein Mensch gibt im Chat-Fenster eines Sprachmodell-Anbieters eine Frage ein, das Sprachmodell antwortet. Keine Integrationen, keine Skills, keine Agents.

Auch bei den eingesetzten Tools gab es Wildwuchs. Mitarbeiter nutzten Sprachmodelle mit privaten Accounts, teils in der Gratis-Version, teils die Bezahlvariante. Von ChatGPT, Microsoft Copilot und Gemini war alles dabei. Datensicherheit? Leider Fehlanzeige.

All das führte dazu, dass es keine umgesetzten Use-Cases gab, die tatsächlich in Unternehmensprozesse integriert gewesen wären. Dabei scheiterte es weder an den Ideen, noch am Bewusstsein, dass KI helfen kann, das Unternehmen vorwärts zu bringen. Über 75% schätzten das Potential von KI so ein, dass es dem Unternehmen Mehrwert bringen wird.

Vielmehr scheiterte es am Know-How und daran, den sprichwörtlichen Stein ins Rollen zu bringen. Denn die Prozesse, die sich mit Hilfe von KI vereinfachen lassen, waren da. So zum Beispiel der Logistik-Prozess. Aus Lieferscheinen und der Anzahl der bestellten Produkte musste manuell eine optimale Belegung der Versandpaletten gefunden werden. Eine zuvor bereits eingeführte regelbasierte Automatisierung schuf Abhilfe, war jedoch viel zu unsicher im Prozess, um das Problem vollends zu lösen.

UNSERE DIAGNOSE

Die zentrale Erkenntnis.

Die Mitarbeiter von Scrapetec hatten bereits ein sehr gutes Bewusstsein, dass KI das Unternehmen besser machen kann. Es fehlte einzig der erste Schritt, um ins Tun zu kommen.

Die zu Beginn der Zusammenarbeit in der gesamten Belegschaft durchgeführte Standortbestimmung zeigte ein sehr positives Bild. Der Großteil der Belegschaft sieht enormes Potential, dass KI das Unternehmen besser macht. Zugleich hat so gut wie niemand davor Angst, die KI könnte ihn ersetzen und den Arbeitsplatz kosten. Ausnahmslos jeder war davon überzeugt, dass in 10 Jahren jedes Unternehmen KI nutzen wird. Das machte für uns die Zusammenarbeit um einiges leichter, weil die Bewusstseinsbildung bereits erfolgt ist. Es galt für uns lediglich noch, Stein des Anstoßes zu sein und Scrapetec zu helfen, von den Ideen zu echten Umsetzungen zu kommen.

Zu Beginn wurden 13 Use-Cases identifiziert, die potentiell durch KI unterstützt werden könnten. Im initialen Strategie-Workshop legten wir uns gemeinsam mit Scrapetec darauf fest, den Logistik Prozess und Rückmeldungen auf Newsletter als die ersten beiden Fälle umzusetzen.

Das eigentliche Hindernis war, dass es keine zentrale Plattform gab, wo Use-Cases hätten umgesetzt werden konnten und auch niemanden, der die Zeit oder das Know-How dafür gehabt hat. Daher wurden bereits vor dem Strategie-Workshop 3 Key User, bezeichnet als KI Enabler, gefunden, die sich intensiver mit dem Thema beschäftigen und regelmäßig mit unserer Unterstützung an den Cases arbeiten.

Durch das selbstständige Arbeiten wird es Scrapetec in Zukunft möglich sein, selbst Use-Cases umsetzen zu können und die Abhängigkeit von externen Dienstleistern zu reduzieren.

Um vom Copy-Paste Nutzungsverhalten von 2024 zu agentischem Arbeiten, wie es mittlerweile möglich ist, zu kommen, wurden 2 Integrationen an bestehende Systeme gebaut. Dadurch ist es möglich, gewisse Tätigkeiten automatisch an KI auszulagern und die KI "die Arbeit machen zu lassen".

DIE UMSETZUNG

Wie wir vorgegangen sind.

01
Standortbestimmung
Zu Beginn der Zusammenarbeit wurde in einem Umfrage-Format eine Standortbestimmung mit der gesamten Belegschaft durchgeführt, um abzufragen, wie sehr KI bereits genutzt wird und wie die Belegschaft Chancen und Risiken sieht.
02
Strategie & Engpass Workshop
In einem Workshop mit der Geschäftsleitung analysierten wir gemeinsam die Strategie des Unternehmens und wo aktuell die Engpässe liegen. Daraus wurde abgeleitet, welche Engpässe durch KI unterstützt gelöst werden können.
03
Use-Case Findung
Aus der Standortbestimmung und dem Strategie-Workshop wurden potentielle Use-Cases gesammelt und anschließend priorisiert.
04
Tool-Auswahl
Bei der Standortbestimmung wurde festgestellt, dass so gut wie jedes gängige KI-Tool am Markt genutzt wurde. Ein klassischer Fall von Schatten-KI ohne jegliche Kontrolle über die eigene Datensicherheit. Um zukünftig einen standardisierten Weg zu haben, um sicher mit KI zu arbeiten und eigene Skills und Use Cases zu bauen, wurde ein einziges Tool eingeführt: Langdock. Langdock ist am europäischen Markt in Hinblick auf (Daten-)Sicherheit absolut führend und bietet zudem die Modelle aller gängigen Anbieter in einer Plattform an. Daher war Langdock als zentrales KI-Tool die logische Konsequenz.
05
Laufende Umsetzung
In 1-Wochen-Sprints wurde fortan daran gearbeitet, das Wissen über die Möglichkeiten und der Umsetzung voran zu treiben und gemeinsam an den priorisierten Use-Cases zu arbeiten. Dabei ist die Herangehensweise gewesen, die KI-Enabler auf Seiten von Scrapetec so viel wie möglich selbst machen zu lassen, sodass ein breites Wissen über die Umsetzungsmöglichkeiten aufgebaut wird.
IM ALLTAG

Was sich im Alltag verändert hat.

01
Geschäftsführer
Thorsten Koth als Geschäftsführer hat nun endlich die Gewissheit, dass sein Team ein sicheres KI-Tool zur Hand hat, mit dem im Alltag gearbeitet werden kann. Koth ist selbst in der Gruppe der KI-Enabler involviert und findet eigene Use-Cases.
02
Logistik/Produktion
Bislang musste in einem aufwändigen manuellen Prozess händisch "berechnet" werden, wie zu versendende Produkte optimal auf Versandpaletten platziert werden sollten. Eine regelbasierte Automatisierung, die vor gut 2 Jahren gemeinsam mit digitalisiert.io eingeführt wurde, verhalf zwar Abhilfe, war jedoch dennoch zu instabil. Aufgrund der Weiterentwicklung der letzten beiden Jahre im Bereich der Sprachmodelle, kann dieser Use-Case nun mit Hilfe von spezialisierten Skills von einem Sprachmodell durchgeführt werden. Der Produktionsleiter ist selbst Teil der Gruppe der KI-Enabler und hat den Großteil der Entwicklung dieses Use-Cases selbst getragen und große Kompetenz in diesem Bereich aufgebaut.
03
Vertrieb
Für den Vertrieb war die größte Erkenntnis, dass es mittlerweile möglich ist, Email-Postfächer mit Sprachmodellen zu integrieren. Über die Integration mit Langdock ist es nun möglich, bspw. nach Anfragen oder versendeten Angeboten zu suchen, die nicht beantwortet wurden bzw. wo es noch offene Fragen gibt. Klarerweise ist eine solche Suche auch zuvor ohne KI möglich gewesen. Die Sprachmodellanbindung macht die Suche jedoch nativer. Zudem gibt es nun die Möglichkeit, über sogenannte "Scheduled Agents" bzw "Scheduled Prompts" eben diese Abfragen automatisiert in gewissen Abständen durchzuführen.
ERGEBNISSE

Vorher, Nachher.

KennzahlVorherNachher
Umgesetzte KI-Use Cases02
Eingesetzte KI-ToolsUnzählige1
KI Datensichernicht vorhandenhöchster Sicherheitsstandard
KI-Enabler03
ÜBERTRAGBARE ERKENNTNIS

Was andere Industriebetriebe daraus lernen können.

Egal, wie viele KI-Tools bereits im Einsatz sind: Die Architektur muss durchdacht und zentralisiert werden. So wenige Tools wie möglich, mit den höchsten Sicherheitsstandards. Nur das eliminiert Schatten-KI und stellt sicher, dass vertrauliche Daten nirgends landen, wo sie nicht landen sollten. Zudem gibt es dadurch zentrale Plattformen, um Agents, Skills und Automatisierungen zu erstellen und zu verwalten. Damit bleibt die Nutzung einerseits kontrollierbar und andererseits standardisiert. KI-Enabler - Mitarbeiter, die sich intensiver mit dem Thema KI beschäftigen - bauen intern Wissen auf, um künftig selbst Use-Cases umsetzen zu können. Dadurch wird die Abhängigkeit von externen Dienstleistern enorm reduziert.

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