Noah Witwer, V-MET: Wie ein Metallbau-KMU mit Copilot 2 Stunden täglich einspart

Noah Witwer, V-MET: Wie ein Metallbau-KMU mit Copilot 2 Stunden täglich einspart
Was passiert, wenn ein Geschäftsführer aus der Produktion KI nicht delegiert, sondern selbst anpackt.
Gast: Noah Witwer | Geschäftsführer | V-MET (Metzler Group), Vorarlberg
Das lernst du in dieser Folge
- Wie V-MET Microsoft Copilot konkret im Tagesgeschäft einsetzt und welche Prozesse damit automatisiert wurden
- Warum 80 Prozent der Architekten-E-Mails bei V-MET nicht mehr manuell geschrieben werden
- Wie KI statische Vorberechnungen in der Angebotsphase unterstützt, ohne den Statiker zu ersetzen
- Warum Noah der Meinung ist, dass KI-Verweigerer mittelfristig keine Marktberechtigung mehr haben
- Welche Angst Büromitarbeiter beim KI-Einsatz haben und wie man sie abholt
- Warum der Schritt von 30 auf 50 Mitarbeiter im KMU der schwierigste ist und was Prozesse damit zu tun haben
Über den Gast
Noah Witwer ist Geschäftsführer bei V-MET, einem Metallverarbeitungsbetrieb der Metzler Group in Vorarlberg. Er hat seine Karriere auf der Produktionsseite gestartet: Fachschule Maschinenbau, Schlosser-Lehre, Gesellenprüfung, Meisterprüfung mit 21 Jahren. Anschließend übernahm er die Produktions- und Betriebsleitung, bevor er vor sechs Jahren auf die Vertriebs- und Marketingseite wechselte. Seit viereinhalb Jahren ist er Geschäftsführer. V-MET verarbeitet mehrere hundert Tonnen Aluminium pro Jahr, bedient Architekten, Fassadenbauer und Generalunternehmer im gesamten DACH-Raum und hat Projekte in Berlin, Rostock, Hamburg, München, Stuttgart und der Schweiz realisiert.
Timestamps
- 00:00 Intro und Vorstellung: Wer ist Noah Witwer?
- 03:00 Wechsel zur V-MET und Übernahme der Geschäftsführung
- 07:20 Größte Herausforderungen: Mitarbeiterführung, Wissenstransfer, Nachbesetzung
- 10:25 Was V-MET produziert: Metallfassaden und Auftragsfertigung im Dünnblechbereich
- 13:30 Kunden und Märkte: DACH-Raum, internationale Projekte, Handelsvertreter
- 19:00 Wachstumsziele und warum Prozesse vor Skalierung kommen müssen
- 22:00 KI-Einstieg bei V-MET: Wie es gestartet hat und welche Hürden es gab
- 27:00 Use Case 1: Statische Vorberechnungen mit KI in der Angebotsphase
- 28:30 Use Case 2: Architekten-E-Mails mit Microsoft Copilot automatisieren
- 35:30 Ausblick: KI-Agenten, zentrale Plattform, nächste Schritte
Key Takeaways
KI spart bei V-MET mindestens 2 Stunden pro Tag. Das ist keine Hochrechnung aus einer Studie, sondern Noahs eigene Einschätzung aus dem Alltag. Auf einen Geschäftsführerstundensatz hochgerechnet amortisiert sich jede Copilot-Lizenz innerhalb weniger Wochen. Wer das noch nicht ausgerechnet hat, sollte es tun.
80 Prozent der Architekten-E-Mails werden nicht mehr manuell geschrieben. V-MET hat Copilot auf das gesamte Outlook-Postfach trainiert, inklusive tausender historischer E-Mails. Das Ergebnis: Antworten kommen schneller, klingen wie Noah, und der Verkauf hat mehr Zeit für Kundenbesuche. Das ist kein Pilotprojekt, das ist Betrieb.
KI ersetzt keine Statik, aber sie beschleunigt die Vorberatung massiv. Wenn ein Architekt in der Planungsphase fragt, wie weit eine Unterkonstruktion gespannt werden kann, braucht er keine zertifizierte Berechnung. Er braucht eine belastbare Orientierung. Genau die liefert KI bei V-MET, und zwar so präzise, dass die spätere Statik die Werte bestätigt hat.
Mitarbeiter abholen ist keine Soft-Skill-Übung, sondern Voraussetzung. Die Frage "Braucht es mich noch?" kommt. Wer sie nicht aktiv beantwortet, verliert entweder Mitarbeiter oder Akzeptanz. Noah hat das früh erkannt und die Verschiebung der Tätigkeiten klar kommuniziert.
Weniger Systeme, mehr Wirkung. Noahs Fazit zu KI-Tools ist dasselbe wie zu ERP-Systemen: Umso weniger, umso besser. Wer auf jede neue KI-App aufspringt, baut Komplexität auf, keine Effizienz.
Erwähnte Tools und Ressourcen
Microsoft Copilot: Eingesetzt bei V-MET für E-Mail-Automatisierung im Outlook-Umfeld. Copilot greift auf historische E-Mails zu und generiert Antworten im Stil des Nutzers. Kein E-Mail wird ohne manuellen Review verschickt.
KI-gestützte statische Vorberechnung: Ein Sprachmodell mit hinterlegten Berechnungsgrundlagen, Profilzeichnungen und Windlastszenarien. Liefert Orientierungswerte für Unterkonstruktionsabstände in der frühen Angebotsphase, ohne den Statiker zu ersetzen.
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