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17. Juni 2026 · Daniel Schatzl · Podcast

Christian Forstner: Wie ein 90-Mann-Betrieb KI wirklich einsetzt

Podcast Thumbnail mit Christian Forstner und Daniel Schatzl

Christian Forstner (Seisenbacher): Wie ein 90-Mann-Betrieb KI wirklich einsetzt

Vor einem Jahr hätte Christian Forstner nicht damit gerechnet, dass KI bei Seisenbacher schon so konkret im Alltag läuft. Heute verarbeitet ein KI-System namens Alfred 80 % aller Eingangsrechnungen automatisch, und das nächste Projekt ist bereits in Planung. Ein Gespräch über pragmatische KI-Einführung, schlechte Erfahrungen mit falschen Anbietern und die Frage, wie ein Zulieferer für Schienenfahrzeuge mit 90 Mitarbeitern den Sprung in die KI-Praxis schafft.

Gast: Christian Forstner, Geschäftsführer, Seisenbacher GmbH, Ybbsitz

Das lernst du in dieser Folge

  • Wie Seisenbacher 1.700 Eingangsrechnungen pro Monat zu 80 % automatisiert und was das konkret an Aufwand spart
  • Warum der richtige KI-Partner wichtiger ist als das richtige Tool, und wie man ihn findet
  • Wie man Mitarbeiter in die KI-Einführung einbindet, damit Skepsis zu Akzeptanz wird
  • Was Human Centric Lighting mit Predictive Maintenance zu tun hat und warum das die nächste Stufe smarter Züge ist
  • Warum Christian Forstner KI regulieren will, und zwar im eigenen Unternehmen genauso wie auf EU-Ebene
  • Wie ein Mittelständler mit 120.000 Artikeln im System das Thema Gleichteilemanagement mit KI angehen will

Über den Gast

Christian Forstner ist seit 2017 bei Seisenbacher, einem Ybbsitzer Unternehmen mit rund 90 Mitarbeitern, das Inneneinrichtungen für Schienenfahrzeuge produziert: Decken, Beleuchtung, Klimakanäle für Kunden wie Siemens, Alstom, Stadler, ÖBB und Deutsche Bahn. Seit August 2025 ist er Geschäftsführer, davor war er Vertriebsleiter und Prokurist. Seine Karriere startete er in der Inbetriebnahme von Schienenfahrzeugen, führte dynamische Tests durch und wechselte über Projektmanagement und Key Account Management in Richtung Business Development. Heute treibt ihn vor allem eines an: neue Geschäftsmodelle, neue Produkte, Innovation.

Kapitelmarken

  • 00:00 Intro und Vorstellung: Wer ist Christian Forstner?
  • 02:07 Karriereweg: Von der Inbetriebnahme zum Geschäftsführer
  • 07:34 Seisenbacher in der Praxis: Flexity Graz und das Projektgeschäft
  • 11:17 Smarte Hardware im Zug: Human Centric Lighting und Predictive Maintenance
  • 16:47 KI-Einstieg bei Seisenbacher: Wie alles begann
  • 18:26 Alfred: 1.700 Eingangsrechnungen pro Monat, 80 % automatisiert
  • 21:02 Mitarbeiter einbinden: Vom Skeptiker zum Nutzer
  • 25:32 Strategie: Einzellösungen oder Plattform?
  • 30:49 Ziele für die nächsten Jahre: Konstruktion, Wissensmanagement, Gleichteile
  • 34:41 Entweder-oder: Regulierung, Risiko, Hype oder Impact?

Key Takeaways

1. Schnelle Prototypen schlagen große Visionen.

Seisenbacher hat sich bewusst für das Projekt entschieden, das am schnellsten einen sichtbaren Erfolg liefert. Alfred war nicht das ambitionierteste Projekt auf der Liste, aber das umsetzbarste. Genau das ist der richtige Einstieg für Mittelständler.

2. 80 % Automatisierung bei Eingangsrechnungen ist kein Zukunftsszenario, das ist heute.

1.700 Rechnungen pro Monat, 80 % davon ohne menschliche Eingabe: Das entspricht einem Vollzeit-Äquivalent. Die Mitarbeiterin macht jetzt andere Dinge. Kein Stellenabbau, aber ein deutlich besserer Einsatz von Arbeitszeit.

3. Die ERP-Schnittstelle ist der härteste Teil.

Nicht die KI, nicht das Prompt Engineering, nicht die Akzeptanz. Die Anbindung ans ERP-System war die größte technische Herausforderung. Das gilt für fast jeden Industriebetrieb.

4. Wer KI ohne interne Richtlinien einführt, verliert die Kontrolle über seine Daten.

Seisenbacher reguliert intern, welche Informationen in welche KI-Systeme fließen dürfen. Das ist kein Bürokratismus, das ist Datenhygiene.

5. Der Hype wird gerade zum Impact.

Christians Einschätzung: Wir stehen an der Schwelle. Wer jetzt noch wartet, wartet zu lang.

Erwähnte Tools & Ressourcen

  • Alfred (internes KI-System): Eigenentwicklung mit externem KI-Spezialisten, zuständig für automatische Verarbeitung von Eingangsrechnungen und Auftragsbestätigungen ins ERP-System
  • Microsoft Copilot: Im täglichen Einsatz für alle Mitarbeiter bei Seisenbacher
  • Google Gemini: Basis-KI-Plattform im Unternehmen
  • ChatGPT (OpenAI): Für einzelne Key-User mit eigener Lizenz
  • Claude (Anthropic): Persönlich von Christian Forstner getestet, positive Erfahrungen
  • Canva: Für Design, Präsentationen und Ausschreibungsunterlagen

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Bereit, KI in eurem Betrieb konkret zu machen?

Seisenbacher hat nicht mit einer großen Strategie angefangen, sondern mit einem konkreten Problem und dem richtigen Partner. Wenn ihr wissen wollt, wo bei euch der schnellste Hebel liegt: Bucht eine KI-Engpass-Analyse mit Daniel. Kein Pitch, kein Consulting-Sprech, sondern eine ehrliche Einschätzung, was bei euch realistisch ist und was nicht.