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10. Juni 2026 · Daniel Schatzl · Praxisbericht

Elisabeth Heißenberger: Wie ein 70 Jahre altes Aufzugsunternehmen KI in den Alltag bringt

Podcast Thumbnail mit Elisabeth Heißenberger und Daniel Schatzl

Das lernst du in dieser Folge

  • Wie Aufzug Heißenberger den Sprung vom handgeschriebenen Wartungsschein zur volldigitalen Auftragsabwicklung geschafft hat
  • Warum KI im Handwerk keine Jobs wegnimmt, sondern Monteure und Büro entlastet
  • Welche konkreten KI-Anwendungsfälle im Unternehmen bereits laufen und was noch geplant ist
  • Wie man Mitarbeiter mit 40 Jahren Betriebszugehörigkeit durch eine digitale Transformation führt
  • Warum eine herstellerunabhängige Aufzugswartung ein klarer Wettbewerbsvorteil ist
  • Was der ungelöste Use Case ist: Daten aus unterschiedlichen Aufzugssteuerungen auf einer Plattform zusammenführen

Über den Gast

Elisabeth Heißenberger hat Betriebswirtschaft an der WU Wien und Tourismus- und Freizeitmanagement in Krems studiert. Bevor sie 2018 in das Familienunternehmen ihres Mannes einstieg, leitete sie zwei andere Unternehmen. Heute verantwortet sie als Geschäftsführerin bei Aufzug Heißenberger alle Bereiche rund um Menschen und interne Prozesse: HR, IT, Finanzen, Lager, Fertigung und Lehrlingsausbildung. Das Unternehmen ist seit 70 Jahren aktiv, betreut aktuell 3.800 Aufzüge in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Kärnten und Oberösterreich und will bis 2033 auf 5.000 Anlagen wachsen.

Timestamps

  • 00:00 Wer ist Elisabeth Heißenberger?
  • 01:00 Einstieg ins Familienunternehmen: Warum 2018 der richtige Zeitpunkt war
  • 02:35 Aufgabenteilung in der Geschäftsführung: Operativ vs. Menschen und Prozesse
  • 04:52 Was Aufzug Heißenberger konkret macht: Wartung, Reparatur, Neubau
  • 09:28 Wettbewerb mit Weltkonzernen: Schindler, Otis, Kone und warum es trotzdem Platz gibt
  • 16:20 Digitale Ferndiagnose: Was moderne Steuerungen können und was nicht
  • 23:01 Digitale Auftragsabwicklung: Vom Papier zur mobilen App bis ins ERP
  • 25:14 KI im Einsatz: Auftragsbearbeitung, Wissensdatenbank, agentische Automatisierung
  • 38:48 KI-Strategie: Warum kein Strategiepapier der Realität standhält
  • 41:12 Der ungelöste Use Case: Daten aus 10 Herstellern auf einer Plattform

Key Takeaways

Handwerk ist KI-resistent, aber nicht KI-frei. Kein Algorithmus fährt zum Aufzug und repariert ihn. Aber die Disposition, die Auftragsbearbeitung und die Wissensdatenbank für Monteure lassen sich sehr wohl automatisieren. Das ist der richtige Hebel.

Change Management ist das eigentliche Digitalisierungsprojekt. Mitarbeiter mit 40 Jahren Betriebszugehörigkeit auf ein mobiles Tablet umzustellen ist kein IT-Rollout, sondern ein Kulturprojekt.

Herstellerunabhängigkeit als Geschäftsmodell. Hausverwaltungen wollen einen Ansprechpartner für alle Aufzüge, egal welcher Hersteller. Wer das kann, gewinnt.

KI-Strategie auf Papier ist alle zwei Monate überholt. Nicht jedes neue Tool einführen, sondern zuerst klären, welche Prozesse man mit KI anfassen will und welche nicht.

Der Mensch bleibt im Loop. Auch wenn agentische KI Aufträge bald weitgehend automatisch abwickelt: Ein Mensch prüft vor dem Hinausgehen, weil Kundenbeziehungen das verlangen.

Erwähnte Tools und Ressourcen

  • Mobile Auftragsapp mit ERP-Integration: Monteure dokumentieren Störungen, Fotos und Bauteile direkt am Handy, die Daten spielen sich automatisch ins ERP-System ein.
  • Interne KI-Wissensdatenbank: Läuft auf eigenen Servern, greift auf ERP, Dokumentenmanagementsystem und Ordnerstruktur zu. Unterstützt Monteure bei komplexen Störungsbehebungen.
  • Agentische Auftragsbearbeitung (in Einführung): Mehrere Schritte vom Eingang einer Störmeldung bis zur Auftragszuweisung sollen nach dem Sommer weitgehend automatisiert laufen.
  • AI-Bootcamp für Mitarbeiterinnen: Ein interner Circle aus Frauen unterschiedlicher Abteilungen, der KI-Einsatzmöglichkeiten im eigenen Bereich evaluiert.

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